Auferstehung

Friedrich Schiller (1759 – 1805) – Das Lied von der Glocke (1799)

Das Lied von der Glocke ist eines der bekanntesten deutschen Gedichte. Unmengen von Zitaten, welche im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch verwendet werden, stammen aus diesem Werk Schillers, so zum Beispiel

Drum prüfe, wer sich ewig bindet“,
Wehe, wenn sie losgelassen“
oder
Wo rohe Kräfte sinnlos walten“.

Der Inhalt des Gedichtes verbindet den handwerklichen Glockenguss mit den verschiedenen Phasen eines Menschenlebens. Darin enthalten sind somit auch der Tod und die Hoffnung auf eine Auferstehung:

In die Erd’ ist’s aufgenommen,
Glücklich ist die Form gefüllt:
Wird’s auch schön zu Tage kommen,
Dass es Fleiß und Kunst vergilt?
Wenn der Guss mißlang?
Wenn die Form zersprang?
Ach, vielleicht, indem wir hoffen,
Hat uns Unheil schon getroffen.


Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
Vertraut der Sämann seine Saat
Und hofft, dass sie entkeimen werde
Zum Segen, nach des Himmels Rat.
Noch köstlicheren Samen bergen
Wir trauernd in der Erde Schoß
Und hoffen, dass er aus den Särgen
Erblühen soll zu schönerm Los.“

Den Titel „Auferstehung“ wählte ich bei diesem Kunstwerk bewusst: Ich beziehe mich hierbei nicht nur auf diese Hoffnung auf eine Auferstehung nach dem endgültigen irdischen Tod, sondern ebenso auf eine Auferstehung im lebendigen Leben – nach einer Krise, einer Krankheit oder einem Schicksalsschlag.

„…und hoffen, dass er aus den Särgen, erblühen soll zu schönerm Los.“


(aus: Das Lied von der Glocke –
Friedrich Schiller)

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