Befreiung
Platon (427 v. Chr. – 347 v. Chr.) – Höhlengleichnis (7. Buch aus „Der Staat“, 381 v. Chr.)

November 2018
Höhe m. Sockel: 130 cm
„Das menschliche Dasein ist so beschaffen, dass die meisten Menschen die Höhle niemals verlassen werden. Während es frei zu sein wähnt, ist es mehr denn je Gefangener der Verhältnisse.“, so Platon in seinem Höhlengleichnis aus dem Buch „Der Staat“. Der griechische Philosoph schildert darin, wie wichtig Erkenntnis und stetiges Wachsen für den Menschen sind. Er beschreibt dies gar als Befreiungsprozess.
Der Mensch sitzt in einer unterirdischen Höhle, ist gefesselt und sieht nur die durch ein Feuer erzeugten Schattenbilder von Gegenständen, welche an ihm vorüberziehen. Er hält diese Schattenbilder für die Wahrheit in seinem Leben.
Erst wenn es ihm gelingt, sich von seinen Fesseln zu befreien, erkennt er, dass es einen tieferen Sinn hinter seinen bisher geglaubten Sichtweisen gibt.
Er geht aber noch weiter, verlässt die Höhle, steigt immer höher und sieht schließlich die Sonne, welche das Sinnbild für die Ideen des Guten darstellt. Und er erkennt, dass sich die ganze Anstrengung auf dem Weg zur Erkenntnis gelohnt hat, da er nun die Wirklichkeit hinter der Sinneswelt begreift.
Was aber, wenn dieser Mensch wieder seine alten Freunde besucht, welche noch immer die Schattenbilder für wahr halten? Werden Sie ihm seine Sicht der Dinge glauben? Werden Sie ihn auslachen über das, was er sagt und denkt?
Wie wichtig ist es, dass man diese Menschen damit konfrontiert und sie motiviert, über ihren Tellerrand hinauszuschauen, ihre Fesseln in Form starrer Einsichten zu lösen und ihre Erkenntnis und Erfahrung frei und ohne Schranken zu erweitern?
Jedenfalls ist unser Protagonist glücklich über seine Befreiung von den Fesseln und über den Weg, welchen er gegangen ist:
„…und wie, wenn er nun seiner ersten Wohnung gedenkt und der dortigen Weisheit und der damaligen Mitgefangenen, meinst du nicht, er werde sich selbst glücklich preisen über die Veränderung, jene aber beklagen?“
Die Säulen deuten in meiner Interpretation auf den Bezug zur griechischen Antike und somit auch auf Platon hin. Die Höhle am unteren Ende des ausgehöhlten Baumstamms ist mit dem oberen Ende – dem Ausstieg aus der Höhle – durch ein langes Höhlenlabyrinth verbunden. Dies soll verdeutlichen, wie beschwerlich der Weg zur klaren, freien Sicht auf die „Welt der Ideen“ am Ausgang der Höhle ist.
„Stelle dir Menschen vor in einer unterirdischen Wohnstätte…
von Kind auf sind sie in dieser Höhle festgebannt…
sie sehen nur geradeaus vor sich hin…“
(aus dem Höhlengleichnis –
Der Staat – Platon)
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