Dante

Dante Alighieri (1265-1321) – Die göttliche Komödie (1307)

Die epische Dichtung „Die göttliche Komödie“ ist eines der berühmtesten Werke der italienischen Literatur und schildert in der Vorstellungswelt des Mittelalters die Reise Dantes durch die drei Reiche der jenseitigen Welt: Der Hölle, dem Fegefeuer und dem Paradies.

Vor allem der Gang durch die Hölle lässt den Protagonisten Grässliches erleben. Sein Gesichtsausdruck ist verstört, der Mund bleibt offen und die Augen sind vom Erblicken der schrecklichen Szenerie wie ausgebrannt:

Denn nackte Seelen sah ich dort in Scharen,
Die, alle klagend jämmerlich und schwer,
Doch sich nicht gleich in ihren Strafen waren.

Dielagen rücklings auf der Erd’ umher,
Diesah ich sich zusammenkrümmend kauern.
Noch andre gingen immer hin und her.

Die Mehrzahl mußt’ im Gehn die Straf’ erdauern.
Der Liegenden war die geringre Zahl,
Doch mehr gedrängt zum Klagen und zum Trauern.

Langsamen Falls sah ich mit rotem Strahl
Hernieder breite Feuerflocken wallen,
Wie Schnee bei stiller Luft im Alpental.“

(Auszug aus dem vierzehnten Gesang)


Oh Gottes Rache! Jeder fürchte dich.“

(aus: Die göttliche Komödie –
Dante Alighieri)

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