Läuterung

Alfred Döblin (1878 – 1957) – Berlin Alexanderplatz (1929)

Alfred Döblin erzählt in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“ die Geschichte von Franz Biberkopf, der sich in der Metropole Berlin eine anständige Existenz aufbauen möchte, im Getriebe der Großstadt aber zermahlen wird und verheerend scheitert.

Franz Biberkopf, dargestellt als Marionette der modernen Welt, einerseits naiv, ahnungslos und friedfertig, andererseits grob und hochmütig, wird kriminell. Er verliert bei der Flucht mit seiner Bande den rechten Arm, der ihm an der Schulter amputiert wird.

Sein Hang zum Alkohol, falsche Freundschaften und Versprechungen bringen ihn schließlich in das Zuchthaus und in die Irrenanstalt.

Vom Schicksal geschlagen erfährt Franz Biberkopf seinen absoluten Nullpunkt und steht an der Schwelle des Todes. Geläutert sitzt er nun da: Muss ich mein Leben ändern? Ihm eine Wendung geben?

Wir wünschen ihm viel Glück, dass er nun in sich ruhen und sein neues Leben als Hilfsportier in Frieden leben kann.

„Berlin Alexanderplatz“ gilt als erster deutscher Großstadtroman. Er beschreibt erstmals großstädtische Lebenswelten und -gefühle. Die Darstellung des gescheiterten Protagonisten Biberkopf zeigt dabei die Schattenseiten Berlins in den 1920ger Jahren auf.

Im Jahr 2020 wurde „Berlin Alexanderplatz“ neu verfilmt. Die Adaption des Romans in die 2020ger Jahre zeigt anstelle Franz Biberkopfs einen illegal eingewanderten afrikanischen Migranten, der sich nach der Flucht aus seinem Heimatland bemüht, trotz aller Schwierigkeiten ein anständiges und gutes Leben aufzubauen.

„Der Mensch denkt und Gott lenkt, und der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht.“

(aus: Berlin Alexanderplatz – Alfred Döblin)

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