Widerstand

Siegfried Lenz (1926 – 2014) – Deutschstunde (1968)

Siegfried Lenz schuf mit dem Roman „Deutschstunde“ ein bedeutendes Werk der deutschen Nachkriegszeit und verarbeitete darin das Thema der „entarteten Kunst“ im Dritten Reich.

Der Expressionist Emil Nolde diente Lenz als Vorlage für seine Romanfigur Max Ludwig Nansen, der trotz Malverbot während des nationalsozialistischen Regimes seine berühmten „ungemalten Bilder“ schuf.

Die Darstellung einer hochgereckten Faust mit einem Pinsel in der Hand symbolisiert den Widerstand Nansens gegen das Malverbot, welches er nach seinem eigenen Gewissen nicht vertreten kann. Der Widerstand der Romanfigur Nansen soll dazu ermutigen, selbstbestimmt seine Stimme gegen Unrecht und Willkür zu erheben.

Nolde war übrigens, anders als die Romanfigur, trotz seines Berufsverbotes überzeugter Nationalsozialist und Antisemit. Nach dem 2. Weltkrieg war er bemüht, sich als Opfer des NS-Regimes zu zeigen. Eine kritische Aufarbeitung seiner national-sozialistischen Gesinnung erfolgte erst in den 2010er-Jahren.

Wer blind seine Pflicht erfüllt, entledigt sich seiner Verantwortung.“

(aus: Deutschstunde – Siegfried Lenz)

Weitere Bilder

Zurück zu allen Werken